Leben durch die Linse – Leben durch den Bildschirm

Seid es Smartphones, Whats App und verschiedenste soziale Netzwerke im Internet gibt, herrschen Berichte, Videos und Fotos im Netz, die die Fixiertheit auf das Telefon darstellt.
Jemand rennt in die Laterne, da er nur auf das Handy schaute,
ein Paar im Restaurant, das mit dem Handy beschäftigt ist und nicht miteinander kommuniziert,
Jugendliche, die sich nicht draußen an einem Platz treffen, sondern eine Gruppenunterhaltung jeder von zu Hause aus führen.
………

Es muss nicht mehr WIRKLICH kommuniziert werden. Es muss kein Fixpunkt gesetzt werden, denn durch einen Anruf, oder eine Whatsapp-nachricht, oder SMS kann alles nochmal umgeworfen oder abgeändert werden, auch 5 Minuten vor dem Treffpunkt. Es wird nicht so bewusst und verlässlich miteinander gesprochen, wie ohne die Möglichkeit alles wieder abzublasen, verschieben, zu ändern.
Ich hatte mal, längere Zeit Kein Handy und das vor vielen vielen Jahren, als die Handywelt noch eher auf SMS beschränkt war. Selbst da zeichnete sich schon ab, dass die Leute um mich herum immense Probleme hatten. Wenn 1.30 Uhr ausgemacht war, stand es und konnte aufgrund mangelndes Handy nicht verschoben, umgeworfen oder abgesagt werden. Ich fand das nicht so schlimm. Ich plante und überlegte gezielter, wie ich Vereinbarungen abmache. Genauso stresste ich mich weniger, wenn jemand nicht pünktlichst da war. Ich schaute in die Richtung und wartete beobachtete war einfach da. Ich wusste ja der andere kommt. Ich suchte also nicht verzweifelt die Uhrzeit, ich sendete keine Nachricht nach 2 Minuten: „wo bleibst denn alles gut?“, oder sonst was. Das war vor einigen Jahren wie gesagt und das Verhaltensmuster, der Stress, der Druck wurden in den letzten Jahren um einiges mehr. Genauso ist es heute normal geworden zu sagen: wegen Treffen, Schreiben wir uns zam! selten werden verlässliche Aussagen getroffen.

Die Art des Miteinanders, die Kommunikation, haben sich sehr verändert. Ich finde es sehr traurig und bedenkenswert!!!

Neben der Zeit und der Qualität, des Tages, des Lebens die durch diese Art des Miteinanders verloren, geht, bzw, die man durch surfen im Netz oder im sozialen Netzwerken verbringt verliert, mache ich seid langem eine weitere beängstigende Beobachtung.

Das Leben durch die Linse.
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Was meine ich damit??

Mir wurde es erst wieder an der Nikolausfeier meines Mittleren im Kindergarten vor Augen geführt. Die kinder machten in den verschiedensten Altersgruppen Aufführungen für die Eltern. Die Kinder waren sichtlich nervös vor ihrem großen Auftritt! Sie stellten sich in Ihrer Position auf. Zack waren die Arme der Eltern spätestens jetzt ausgestreckt hochgehalten um gute Fotos und oder ein Video von dem tollem Auftritt zu machen. Die ganze Darstellungen lang waren Mama/Papa damit beschäftigt, das Kind schön im Bild zu haben, nicht zu verwackeln und ja alles scharf im video zu haben. Später freuen Sich die kinder dann über Foto und Video. So hört man die Eltern sprechen. Ja es ist selbstverständlich schön, Erinnerungen festhalten zu können und anhand Bildmaterial wieder aufleben lassen können. Das ist eine tolle Sache, keine Frage! Der Moment jedoch, was ist mit dem Moment??

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Wenn ich während dem ganzen Ablauf, dem kompletten Ereignisses Fotos oder Videos mache ist mindestens die halbe Konzentration auf dem Handy, bzw der Kamera! Man ist nicht komplett da!! Ich erlebe den Auftritt, das Ereignis nicht mit der ganzen Aufmerksamkeit. Sondern nur nebenbei!!! Die Atmosphäre, das Gefühl, dass während dem Akt herrscht, kann nicht aufgenommen, wahrgenommen werden. Dies ist verloren, denn auch das kann man nicht durch Foto oder Video wieder geben!!! Ich für mich denke, dass die Kinder und man selbst mehr davon hat, wenn die volle Konzentration bei der Sache ist!
Reicht es denn nicht, wenn ich ein Foto meines stolzen Kindes mit dem screenshot_2018-01-08-12-49-15.pngNikolaussäckchen mache und wir dann sprechen können. Es aber dafür WIRKLICH miterlebt haben?? Ist es nicht eine ganz andere Art der Wertschätzung, wenn ich voll da bin??  Den Moment, den Augenblick, die Aktion komplett auskoste?
Mal im Ernst, wie oft sieht man sich von jedem Jahr die Nikolausauffhührung an, das St. Martinsfest, dann noch Sommerfest. Alleine im Kindergarten ist das einiges an Filmmaterial! Wenn man sich dies immer wieder anschauen würde, welkt man in der Vergangenheit und verpasst tolle Momente im JETZT.

Ich für mich habe entschieden, ich möchte sozusagen mit Haut und Haaren bei den Festen und Aktionen, Erlebnisse, Entdeckugen der Kinder dabei sein. Vielleicht ein Foto machen aber sonst einfach durch meine Augen, mit 100 % Aufmerksamkeit mit all meinen Sinnen ERLEBEN, was mein Kind gerade macht.

Vielleicht denkt ja der ein oder andere auch einmal darüber nach, da zu sein im Jetzt und nicht „nur“ für die Zukunft Erinnerungen zu sammeln!!!

Adventskalender, Vorweihnachtszeit….

Nun ist es wieder soweit, die stade Zeit ist fast da. Die Geschenke, die die Kinder bekommen, sind meist der Adventskalender, zu Nikolaus ein Säckchen oder Sack mit viel mehr als nur Nüsse, Mandarinen, Äpfel und einer Schokolade und zu guter letzt viele Weihnachtsgeschenke.

Adventskalender, eigentlich die Vorbereitung auf das hohe kirchliche Fest, ursprünglich mit Geschichten und jeden Abend und ein neues Bildchen im Kalender öffnen. Tolle Minuten jeden Tag zusammen verbringen.
Mit der Zeit wurde daraus der Schokoladen-Adventskalender. Gleich in der Früh ein Stückchen Schokolade bei vielen.
Der Zahnarzt freut sich ebenso wie die Lehrer und Erzieher, die den frühen Zuckerkonsum neben Schokomüsli, Nutella-Toastbrot und im „Besten“ Fall noch Kaba, ausbaden.

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Aus der Vorbereitung der Zeit auf Weihnachten, in der die Familie zusammen sitzt wurde und ist leider oft eine Konsumzeit, eine Stresszeit geworden.

Playmobil Adventskalender, Lego Adventskalender fast jeder Spielzeughersteller ist auf den Zug, der lohnenden Vorweihnachtszeit aufgesprungen. Ach, der kostet ja nur 20 Euro und was die Kinder dafür alles bekommen, die gibt es ja sonst gar nicht, die Dinge werden extra angefertigt und und und. Immer mehr was die Kinder bekommen, die Spielzeugkisten werden gefüllt. Häufig bekommen Kinder sogar noch einen zweiten Adventskalender bei den Großeltern.

Ich habe schon so einiges in meinem Leben gesehen, z. B. Kinder, die mit ihrer Mutter unter einem Pappkartondach auf der Straße lebten. In meiner Arbeit als Erzieherin Kinder mit Geldüberschuss, Eltern die den Kindergartenbeitrag nicht bezahlen konnten, bis hin zu einem 14 jährigen Mädchen, dass in Südamerika auf die Tante, die Mehrfachbeeinträchtigt war, aufpassen musste. Mit ihr einem Bett schlafen musste, sie zu wickeln hatte….

Ich denke dass es auch daher rührt, dass mich das Thema immer wieder aufstoßen lässt. Ja es ist sicherlich Chile -wie ein paar Monate mein Leben beeinflussen

Aber auch abgesehen von meiner persönlichen Meinung, was hat das alles noch mit der besonderen Zeit zu tun?? Wo ist da Stille, Besinnung, Vorbereitung, gemeinsame Zeit oder sonstiges.

Wir in unserer Multikultifamilie machen den Konsumwahnsinn Weihnachten und Adventszeit nicht mit. Unsere Kinder bekommen in ihrem Adventskalender, das Beste und Wichtigste was ich Ihnen geben kann. Etwas, dass sie erfüllt und hängen bleibt. Sie bekommen jeden Tag

Z E I T !!

Jeden Tag gemeinsame Zeit mit verschiedensten Ideen. Es bringt Ruhe, Entschleunigung und Zufriedenheit in den Alltag, nimmt Stress. Wann ich was anbiete kommt sehr spontan vor, je nachdem, was alles am Vortag war, oder auch bewusst schon von Anfang an für den bestimmten Tag festgelegt. Jeden Tag verbringen wir Zeit bewusst zusammen. Es sind aufwendigere Tätigkeiten, Ausflüge bis hin zu wenige Minutenaktionen und auch etwas verrücktere Ideen. Und das ist jeden Tag möglich!!!

Dieses Jahr überlegt unsere Große 6 immer mit, Mama das können wir doch dieses Jahr in den Adventskalender machen oder dies. Sie ist schon voll im Fieber und freut sich sehr auf ihren besonderen Adventskalender.

Unsere Ideen beinhaltet bisher:

– Adventsspirale machen, gestalten

– Weihnachtliche Geschichte lesen mit z.b. Lichterschein, Kerzenschein oder Tee (kommt sicherlich öfter als einmal vor)

– Picknick im Wohnzimmer

– Engel basteln

– Wandbilder im Kinderzimmer erweitern

– Puzzle Nachmittag

– Hexenhaus backen

– Hexenhaus verzieren

– Laternenspaziergang

– Christkindlmarkt Nürnberg mit Zug

– Plätzchen backen (evtl. auch mehrmals)

– Homekino mit Popcorn

– Leseziechen basteln

– Rückenmassage

– Zelten im Kinderzimmer

– Knete aus Mehl mit Lebensmittelfarbe

– Winterwanderung mit Glühweinstärkung an einem schönen Aussichtspunkt

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– Weihnachtsbaumschmuck machen

– Balkon Fenster weihnachtlich gestalten

– singen

– tanzen

– weihnachtlich dekorieren

– Dekoration basteln

– Hallenbad fahren

– Eislaufen gehen

– zu einen besonderen Schlittenberg fahren/gehen

– Cocktail mixen und trinken

– Lampenschirme für Nachttisch gestalten

– Kinderwunschessen kochen

– Frühstück im Bett

– gemeinsames Bild malen mit z.b. Wasserfarben

– Kasperltheater

– Geschichte erfinden

– Nähbild malen

– Sockenpuppe gestalten

– Verwöhntag mit Gesichtmaske oder Ähnlichem

– PyjamaTag

– Spielenachmittag

– Brotzeitbrettl mit Brenner individuell gestalten

– Spazieren gehen

– Kerzen gießen (aus den alten Kerzenresten)
– Schaumbad (machen wir sonst nicht)

– Feenhaus basteln

– Wichtel Türe gestalten

– Abendessen, im Kerzenschein

– indoor Spielplatz besuchen (machen wir sonst nie)

– Bratapfel essen

– Christbau malen (Wir haben keinen echten Christbaum mehr, das werde ich in einer neuen Geschichte schildern und erzählen)

– Kuchenfrühstück

– warme Dusche (Kinder nacheinander, im Kreis schöne Dinge über ihn sagen/erzählen)

– Spielenachmittag

– Schnüre im Raum Spannen, die man nicht berühren darf

– Bodenlabyrinth, enweder auf den Boden Kleben oder z.B. draussen mit Malkreide aufmalen

– Fadenspiele (leider nicht mehr wirklich bekannt, aber so toll für Kinder, weniger ist manchmal mehr)

– Nachtwandeung mit latenten, Fackeln oder Kerzen

– Steine bemalen

Hier einiger unserer Aktionen vom letzten Jahr

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Es kommen bestimmt noch mehr Ideen von mir und den Kindern. Durch viele Ideen ist man flexibler im Alltag, da man was im Repertoire hat falls irgendwas nicht funktioniert. Aber man hat auch das “Problem“ nicht alles mehr unterzubringen. Es muss nichts großes oder Extravagantes sein. Selbst ein Spaziergang, den man auch so macht, bekommt eine besondere Note, wenn er im Kalender steht und fix abgemacht ist und man sich fest die Zeit in der Vorweihnachtszeit zusammen nimmt. Die Dinge, die man macht, müssen nichts kosten, auch wir machen normal 1 x eine große Sache. Wenn man es schön und besonders verpackt, wird es immer gelingen!!! Nur Mut.

Ich sage meinen Kindern ganz klar, dass ich den Kalender mit den Zetteln auf denen steht was heute gemacht wird befülle. Kenne aber auch die Variante, dass das Christkind die Aktionen und den Kalender gemacht hat.

Ich hoffe sehr ich kann auch andere Eltern dazu ermuntern und inspirieren solch einen Adventskalender zu machen. Denn so kann es eine gemeinsame, besondere, einzigartige, stade Adventszeit werden. Was in der heutigen Action Gesellschaft mit stressigem Alltag viel zu kurz kommt. Viel Spaß beim Nachmachen. Ich freue mich über eure Ideen im Kalender.

Upcycling und kein Ende in Sicht

Gedanklich oder eher kreativ, hatte ich jetzt ein bisschen Chaos. Warum mach ich Upcycling, Stoff kaufen ist doch viel einfacher und es gibt ja sooo schöne Stoffe. Aber man, ich kann doch meine Prinzipien jetzt nicht über Bord werfen, nur aus Bequemlichkeit oder weil es alle machen. Ach, näh doch nochmal was upcycling hast ja nichts zu verlieren. So habe ich mich motiviert, um mir und meinem Motto treu zu bleiben……

Es hat sich gelohnt. Meine Begeisterung meine Überzeugung von Upcycling ist zurück. Ich habe wieder begriffen, das wirklich alles möglich ist, was auch mit gekauften stoff möglich ist.

Hier nun mein back to the roots Projekt.

Mein Jüngster fror ständig in seiner Jacke und schon lange schwirrte mir der Schnitt der Wendejacke aus dem Klimperklein Buch im Kopf herum.

Ich liebe streifen und Fleece für innen müsste für die Jahreszeit passen. So kam mein geliebtes Oberteil unter die Schere. Es war ja schließlich kaputt und kann so hoffentlich eine neue Bestimmung erhalten. Leider ist das Foto vom alten Fleecepullover total schlecht aber man kann es erahnen.

 

 

An den Taschen, so wie an der Kaputze waren rosafarbene Zierstiche, die ich für meinen Jungen abändern wollte. So habe ich in liebevoller Arbeit die Nähte aufgetrennt und mit einem neuen Zierstich und dunkelblauem Garn versehen.1510131031297330090871

Ehrlich gesagt war es auch nicht ganz so einfach wie gedacht, da ich Mühe hatte, exakt die gleiche Naht zu treffen. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist auf jeden Fall ein Unikat.

Die fertige Jacke ist dieses schicke Teil geworden.

 

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IMG_20171106_113121Das ist momentan unsere Außenseite. Mein Sohn liebt sie. Und so sieht die momentane Innenseite aus.

 

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IMG_20171106_113239Wie auch bei meinem letzten Projekt Upcycling für ein Schulkind

habe ich auch diesmal bis auf den Faden und Druckknöpfe alles upgecycelt.

Mal Sehen, was mein nächstes Projekt wird.

Upcycling für ein Schulkind

Meine Zeit mit vielen, vielen Aktivitäten ist immer sehr begrenzt. Aber für meine Leidenschaften findet sich immer wieder eine Lücke. Meine Große wurden diesen Herbst eingeschult. Leider ist sie kleidungstechnisch naja ich sage mal etwas schwierig, so dass ich hier nicht so viel für sie nähen darf.

Gott sei Dank braucht das Kind ja viele Schulmaterialien, auch für AGs, für die Mama wieder ihrer Upcycling Leidenschaft nachgehen kann.
Auf der Liste für die Schule stand z. b. eine Kreidetafel einer bestimmten Marke. Da ich nicht wusste, ob die Tafel in der Schule bleibt oder mit nach Hause genommen wird, habe ich kurzerhand eine Fleecehülle genäht, um die Oberfläche zu schützen. Dazu habe ich die Schutzhülle zum Verschließen gemacht, so ist es kein Problem, wenn die Tafel unachtsam quer oder auf den Kopf eingepackt wird.
Diesmal durfte ein alter ausrangierter Schal dran glauben.
Die Hülle wurde Schulanfangtauglich verziert.
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Ich konnte es aber doch nicht ganz lassen und habe einen Versuch gewagt, ein Shirt für unser Schulkind „upzucyclen“.
Diesmal verwendet ich von mir ein altes Langarmshirt und ein heiß und innig viel zu klein gewordenen Zebra T-Shirt.

Da ich immer nur nachts zum Nähen kommt, sind die Fotos leider nicht immer die Besten….
Leider ging es nicht, dass ich das alte Shirt einfach nur enger genäht habe und da unsere so eine Skeptikerin ist, wollte ich auch nichts riskieren.
Es wurde mal wieder ein Raglanshirt aus dem Ersten Buch von Klimperklein. Wie auch schon bei den meisten meiner anderen Upcycling stücken. Faschingskostüm selbst gemacht – Upcycling, nur bei den Geburtstagsshirt – Upcycling 3, probierte ich einen anderen tollen Schnitt aus.
Das war dann unser neues Upcyclingshirt.

Die süße Giraffe habe ich ganz einfach schräg darauf appliziert.

Auch der Flötenunterricht kam nicht zu kurz. Es gab eine nicht vorhandene Tasche für die alte Flöte von Mama. Ganz wichtig sie wurde mit Gold benäht. Dieses Band war eine Neuanschaffung, aber selbst der Tragegurt, ist eine Schnur eines alten Kleidungsstückes.

Ideen habe ich zu tausend, mal sehen, was als nächstes gezaubert wird.

Kita – Krippe – Fremdbetreuung

Eigentlich lebe ich nach dem Motto leben und leben lassen.
Aber sehr oft fühlt es sich für mich so an, als ob ich nicht so leben gelassen werde, wie ich möchte. Als ob es nur eine anerkannte, bzw. von der Politik geförderte und gewollte Möglichkeit gibt, für ein Familienleben.

Immer dominieren Aussagen bezüglich Kinderbetreuung wie folgende die Medien:

  • Der Krippenausbau wird mit diesen und jenen Geldern gefördert
  • Frauen brauchen einen schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben
  • Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren können nun eingefordert werden.
  • Es werden Erzieher/innen gesucht, für die neuen Kitas.
  • Das Betreuungsgeld wird gestrichen (in Bayern geblieben, aber trotzdem war dies die vorherrschende Information)
  • Die Fördergelder kommen in den Kita-Ausbau
  • uns hat es auch nicht geschadet
  • Den Kindern tut es so gut, mit gleichaltrigen zu spielen“ usw usw.

Ich kann es einfach nicht mehr hören!!

Warum wird es so wenig wertgeschätzt in der heutigen Gesellschaft, wenn man zu Hause bleibt, mit dem Kind. Warum wird keine finanzielle Hilfe gegeben damit Mamas zu Hause bleiben können? Wenigstens die ersten fundierenden Jahre. In manchen Gegenden ist man schon ein richtiger Exot, wenn man das Kind erst mit drei Jahren oder später in die Frembetreuung gibt… Warum wird man schief angesehen wenn man nicht dafür ist, sein Kind in die Krippe zu geben? Ich bin nicht komplett gegen Kitas, es gibt sicherlich Fälle, in denen es sehr gut und wichtig ist, dass die Kinder in der Krippe betreut werden. Finanziell ist es schwierig, wenn ein Gehalt fehlt. In den meisten Fällen ist das einfach Fakt.

Diese Verallgemeinerung dass es nur das sein sollte, dass nur das wichtig und richtig ist, wird von den Medien ganz schön gefördert.
Warum wurde in Großteilen Deutschlands das Betreuungsgeld abgeschafft??? Warum wurde es als Herdpremie ja schon fast nieder gemacht?
Warum wird Mutter und Hausfrau sein als nicht ausreichend angesehen und von vielen nicht als Fulltimejob??? Warum wird einem vermittelt dass es einem Kind nicht ausreicht wenn es “nur“ zu Hause ist die ersten Jahre.

Mal ganz abgesehen von dem Bild der Frau dass meiner Meinung nach vorherrscht indem ich aber in einem anderen Artikel eingehen möchte.

Ich bin Erzieherin, habe in Deutschland in einer Kinderkrippe gearbeitet, habe in drei Jahren in Spanien leben dort auch das Leben betreuter Kinder unter 3 Jahren mitbekommen und auch in Chile konnte ich die Betreuung der Kleinen erfahren. Wie gesagt ich will die Krippenbetreuung nicht verteufeln und nur als grundsätzlich schlecht ansehen. Es gibt Familien, für die ist sie wichtig und notwendig.
Aber diese Generalisierung nervt mich, diese Manipulierten durch einseitige Berichterstattung.
Mir kann keiner erzählen, dass ein Krippenalltag keine Spuren bei den Kindern hinterlässt. Nur weil es irgendwie funktioniert heißt es nicht dass es immer gut und richtig ist. Bestärkt in diesem Gedanken hat mich dieses BuchIMG_20170315_220201.jpg

Ich persönlich denke nicht, dass der Mensch im Kleinkindalter für das Zusammenleben mit so vielen gleichaltrigen gemacht ist. Es ist sicherlich wichtig, dass Kinder auch mal eine andere Betreuung kennen lernen, es ist wichtig, dass Kinder auch mit gleichaltrigen oder mit anderen Kindern in Kontakt kommen und spielen können. Ein Zusammenleben zwischen Jung und Alt wie Früher, bei dem sich die Betreuung der Kinder abwechselte, war sicherlich keine schlechte Möglichkeit. In Hinsicht auf die Betreuung der Kinder sicherlich keine schlechte Lebensform, hinsichtlich andere Aspekte eine völlig andere Sache.

Wenn der Mensch bzw. das Baby dafür gemacht wäre, mit gleichaltrigen zu leben, wenn es für die Babys und Kleinkinder und selbst für die Betreuungspersonen gut und leicht machbar und verkraftbar wäre (langfristig), hätte die Natur es dann nicht anders „eingefädelt“?

Wir bekommen in der Regel ein Kind selten Zwillinge und noch seltener Mehrlinge.

Wenn die Menschheit generell dafür gemacht wäre viele gleichaltrige Kinder zu betreuuen bzw. für die Kinder unter vielen gleichaltrigen zu leben, würden wir da nicht ständig 5 oder mehr Kinder bekommen??so wie es auch bei anderen Wesen der Fall ist??

Aber so ist es eben nicht, da die zu Betreuenden und auch die Betreuer eigentlich nicht dafür geschaffen sind. Es gibt für meine Gedanken keine mir bekannten Studien aber meine Verständis und meine Menschenkenntnis sagen mir das.

Krippenalltag ist eine künstlich herbei geschaffene Umgebung, die nicht dem Naturell entspricht. Dafür wird sie als gut, wichtig und notwendig deklariert.

Ich kann es genauso nicht verstehen, dass es immer heißt mein Kind braucht das.
Er/sie muss gefördert und gefordert werden.
Zu Hause kann ich ihr das nicht bieten, zu Hause ist ihm/ihr zu langweilig usw. usw.

Meiner Meinung nach sollte die Fremdbetreuung der Kleinsten keine standard Situation werden. Es sollten Familien nicht nur die Rechte auf einen Kitaplatz eingeräumt werden, sondern auch geholfen werden bei den Möglichkeiten bzw. Mittel gegeben werden um in den ersten Lebensjahr zu Hause zu bleiben und das Kind selbst zu betreuen.

Für Familien die auf eine Kleinkindbetreuung nicht verzichten wollen oder können finde ich eine Tagesmutter oder einen Tagesvater als wunderbare Alternative. Dort werden eindeutig weniger Kinder betreut, oft in einem zu Hause.

Ich wünsche einfach jedem, dass er das passende Modell für seine Familie findet und dabei nicht nur hört was andere sagen, oder welche Berichte in den Medien vorherrschen, sondern auch die anderen sehr wichtigen Aspekte zu berücksichtigen bei der Entscheidungsfindung.

Man kann auch ohne Geld glücklich sein

Diesen Satz hört man sehr oft und immer wieder. Dazu: Geld macht nicht glücklich.

Aber mal ganz ehrlich. Solche Sätze kann nur jemand sagen, der noch nie über längeren Zeitraum in finanzieller Not oder Engpass gelebt hat. Nur jemand, der nicht über einen längeren Zeitraum Rechnungen nicht bezahlen konnte oder nicht wusste wie er sich was auch immer leisten kann.
So wie die Gesellschaft heutzutage gestrickt ist, und wenn man in diesen Strukturen lebt und nicht in einem Aussiedlerhof oder auf einer einsamen Insel, kommt nicht ohne oder mit wenig Geld aus. Verspürt auch kein Glücklichsein ohne das Geld. Wenn man nicht genug hat, kann man sich zwar einreden es macht nichts aus, ich bin auch ohne Geld glücklich, aber das sagt man doch nur, um sich selbst zu beruhigen.
Klar darf man Glück nicht vom Geld abhängig machen, durch die Probleme auf die man im Alltag trifft, durch die Sorgen, Ängste und Nöte ist man nicht frei um glücklich zu sein. Wenn man normal lebt und nicht als z.B. Selbstversorger ist man nicht ohne Geld glücklich.

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Zumindest nicht in der heutigen Gesellschaftsstruktur. Ich selbst musste schon mit sehr wenig bis gar keinem Geld auskommen und ich weiß somit wovon ich rede. Am dritten Tag des Monats nachdem alles abgezogen wurde war der Blick auf den Kontostand beängstigend.

Es kommt eine Zahlungserinnerung der GEZ, die Tankleuchte leuchtet auf. Am dritten tag des Monats!!! Das Rechnen beginnt. Ich habe noch hundert Euro. Der Monat noch 27 Tage. Man kommt ins schwitzen egal wie man es dreht und wendet …. es reicht einfach nicht. Nicht mal um genug Benzin zu haben um in die Arbeit zu kommen. Das schwitzen beginnt jeden Tag noch schlimmer wenn der Postbote kommt. Bitte keine Rechnung die ich vergessen habe oder die noch offen ist, bitte nicht.

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Der Magen zieht sich jeden Tag aufs neue zusammen vor Sorgen und Angst. Versicherungen sind aufs Minimum reduziert um weniger Fixkosten zu haben, Sparer still gelegt, Wertsachen verkauft.

Was nun auf ein Wunder warten?? Einen Drittjob annehmen weil zwei nicht reichen??Wann?? Gegessen wird was Preis reduziert ist Und nicht worauf man Lust hat, oder was schmeckt, der qualitativ hochwertig ist. Eine Freundin leiht Hundert Euro um den Monat zu überstehen.
Party machen, nicht drin,
Kleidung kaufen Fehlanzeige,
Shampoo muss wieder mal das Billigste vom Billigen reichen, auch wenn es die Haare ruiniert usw. usw.
Abends Ausreden finden warum man nicht mit ins Kino geht und morgen nicht zum Wochenendtripp nach Paris mitfährt.

Warum Ausreden und Lügen? Was passiert wenn man sagt ich kann es mir nicht leisten, ich bin peite????

Falschen Job gelernt was

du musst lernen mit dem Geld umzugehen,

also wenn man sich sowas heutzutage nicht leisten kann, dann macht man was falsch

aber schau dafür hast du doch eine Beziehung

Naja hast ja einen Fernseher, das passt doch

Usw. Usw. Bekommt man zu dem besch….. Gefühl dass man eh schon hat noch zu hören!

Ja sehr motivierend. Natürlich macht man was falsch, danke. Na klar ich ich habe Blei in die Waschmaschine gegossen damit sie kaputt wird, brauchte ja nen Grund mir eine Neue zu kaufen und die Autoreparatur habe ich nur gemacht weil der Mechaniker toll ist, und die notwendig Arbeitsschuhe die Sauteuer sind und ich eh im letzten Monat schon die hässlichsten kaufen musste da billiger habe ich mir selbst ausgedacht das ich die brauche. Na klar ich will das so. Genauso die Mieterhöhung, dass hab auch mir so gewünscht ganz zu schweigen von der Autosteuer von vor drei Monaten. Ach das hab ich doch gewusst als ich mir ein Auto angeschafft habe dass man da Kosten hat. Ja natürlich aber ohne hätte ich meine Jobs nicht.
Hey alles halb so wild schließlich macht Geld ja nicht glücklich.

So sieht der Alltag mit nicht genügend Geld aus. Und nein da ist kein Platz und keine Zeit für Glücksgefühle, für ach ich brauche kein Geld um glücklich zu sein.

Ja man kann auch ohne Geld glücklich sein…. bestimmt irgendwo, aber nicht als Otto-normal-Mensch in unserer Gesellschaft. Nicht mit dieser Lebensstruktur. Vorallem nicht in dieser Ellbogengesellschaft, in der der Wert eines Menschen nichtan seinem sein umd Handeln, sondern am Kontostand gemessen wird.

Es kann jeder schnell in eine Schieflage oder in Reichtum kommen verschuldet oder unverschuldet. Aber der Wert des Menschen liegt nicht an Scheinen. Sondern am reinen Herzen.

Nicht mit uns!

Nun ist es auch bei uns passiert, hier am Lande, eine Vergewaltigung mit schlimmer Misshandlung. Leider fehlt vom Täter jede Spur, auch wenn ich mit der Hoffnung lebe, dass jeder die Rechnung für sein Verhalten bekommt, früher oder später, ist es schon beängstigend.

Als ich mich mit diesen Gedanken, dass es sowas auch bei uns gibt, naja ich sage mal abgefunden hatte, bisher schien alles immer soweit weg, kam eine neue Botschaft.
Für dieses Vergewaltigungsopfer, aber auch generell für alle anderen wird eine 30 min. Mahnwache von Frauen statt finden.

Im Ersten Moment hatte ich die Bilder im Kopf von den Verschieden Totenwachen oder Gedenkwachen die für verschiedenste Verbrechen statt gefunden haben. Menschen mit Kerzen in den Händen, die den toten Opfern gedenken. Daher kam erst mal eine innere Ablehnung in mir auf. Dem Opfer ist sehr sehr schlimmes wieder fahren, aber sie lebt doch.

Dann kam ich ins Grübeln, warum denke ich denn so in Schubladen. Wie würde es mir gehen wenn so eine schreckliche Tat mir passieren würde? Oder noch schlimmer, meiner Tochter? Ja ich wäre froh, wenn Frauen zu mir stehen, wenn Frauen für mich einstehen würden.
Wir sind das starke Geschlecht und müssen nicht unseren Mund halten, wir können zeigen nicht mit uns. Und auch den Opfern zeigen, ihr seid nicht alleine.

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Ich habe es geschafft alles so zu organisieren, dass ich mit dem Kleinsten zu dem Ort ging, zur Mahnwache von Frauen für missbrauchte und vergewaltigte Frauen.
Es fühlte sich zu beginn etwas komisch an. Alle Frauen standen rum und ratschten. Es waren auch einige Männer da. Pah wie unpassend dachte ich, der Aufruf war doch für Frauen.

Auf einmal kam Bewegung in die Runde und wir stellten uns Alle im Kreis auf und reichten uns die Hände. IMG-20170715-WA0071

Auch ein Motorradfahrer stand breitbeinig, selbstbewusst in unserem Frauenkreis. Da merkte ich, genauso muss es sein. Nicht nur wir Frauen stehen da um zu sagen, nicht mit uns. Auch die „normalen“ Männer, die solche Abartigkeiten verabscheuen und nie tun würden, standen da für die Frauen, für ihre Frauen, für ihre Töchter, für ihre Schwestern, Tanten ect. ect. Es ist gut so!!!!

Manchmal hatte ich das Gefühl, ja schon fast das Bedürfnis, laut zu brüllen oder sagen
„Nicht mit uns“
oder so ähnlich. Ich konnte mich aber nicht überwinden und entschied mich für den stillen Protest. Ich dachte an die Opfer und gerade das Opfer aus unserer Gegend. Ich schickte ihnen durch meine Gedanken viel Kraft, das alles zu überstehen, durchzustehen.
Als die 30 Minuten um waren klatschten wir alle in die Hände. Es war eine tolle bestärkende Aktion.

Auch wenn es ein kleiner Protest war wir haben ein Zeichen gesetzt. Wir sind für uns dagestanden, für unser Töchter, Schwestern, …. und haben gezeigt wir lassen nicht alles mit uns machen. So nicht!!! Auch wenn es ein ruhiger und kleiner Aufschrei war. Es war einer. Und es war von meinem Gefühl her sehr wichtig für uns Frauen.

Danke an alle, die da waren.

 

Geburtstagsshirt – Upcycling 3

Vor geraumer Zeit hatten meine beiden Großen Geburtstag. Und wie auch letztes Jahr haben sie sich ein Geburtstagsshirt mit Zahl gewünscht.

Ich habe das tolle Freebook von Print4Kids gesehen. Besonders an diesem Schnitt ist die Variante, mit einem großen Stern. Schnell fällt die Wahl der Kinder auf dieses Schnittmuster.
Der nächste Schritt ist die „Stoffe“ bzw. die alten Kleidungsstücke durchzuwühlen um die Stoffe, die den Kinder gefallen zu finden und die Farbwünsche umzusetzen.
Die Große, gerade im Orangefieber, wählt diese zwei Alten ausgemusterten Shirts meine Mannes und Mir für ihr Geburtstagsshirt aus.

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Das „Grund-t-shirt“ soll in dem blauton sein, sowie auch die Zahl. Der Stern und somit auch der eine Ärmel Orange mit Streifen. Da ich beim Nähen noch nicht die Geübteste bin, ist es nicht ganz so leicht für mich den Stern hinzubekommen aber ich denke, dass Ergebnis kann sich doch sehen lassen.

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Unser Sohn wünscht sich die Farbkombination mit grünem Stern, blauem Shirt und eine grüne 4 auf dem Rücken, weil dann kann er es zum Fußball hernehmen.
Basis sind diese beiden ausrangierten Oberteile.

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Und ins nächste Fußballtraining geht er dann mit diesem Geburtstagsshirt.

 

Obwohl ich nun schon wie in meinen anderen Upcyclingberichten geschrieben,

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Upcycling 2 – Aus Alt mach Neu
Faschingskostüm selbst gemacht – Upcycling

schon einige Zeit beim upcycling Nähen “gelandet“ bin. Trotzdem ist es immer wieder faszinierend und spannend was aus ausrangierten entsteht.

Autoreise mit Kindern! Ein Kinderspiel??!!

Man hört sie gerade jetzt zu den Pfingstferien wieder. Die Urlauber, die sich vor Autofahrten mit den Kindern scheuen. Fahrten mit mehr als zwei Stunden gelten als lang oder unmachbar. Und doch gibt es sie, die wie wir sind und Autofahrten, auch sehr lange Autofahrten mit Kind oder Kindern schaffen und es sogar noch genießen und toll finden. Wenn wir nicht Urlaub auf Balkonien machen.

2014 und auch 2016 haben wir uns mit den Kindern, mit zwei bzw drei alle im Alter unter 5 Jahren, auf die Reise nach Nordafrika gemacht. Viele können es nicht glauben dass wir es getan haben bzw. es immer wieder machen werden.

2300 km, um genau zu sein 24 std. reine Fahrtzeit dazu 8 Std. Autofähre und das mit sehr aktiven Kindern und ohne Fernsehen im Auto.

Es waren tolle Familienerlebnisse dabei. Die Reise an sich ist schon ein Erlebnis und wenn man es zulässt, der Urlaubsbeginn.

Bei München ging es für uns los durch ganz Frankreich und Spanien hindurch bis nach Almeria zur Fähre um überzusetzen nach Afrika.

Erst mal zur Frage die uns viele stellen, warum tut man sich das an??

Das Warum hat für uns viele Gründe. In der Heimat meines Mannes in der wir auch länger bleiben, beim ersten mal 5 Wochen beim zweiten mal 9 Wochen, wollen wir mobil sein. Ein Mietauto ist einfach unverschämt teuer. So dass sich die Kosten gegenüber eines Fluges nicht rechnen.

Ich finde es toll, dass die Kinder ein Gespür dafür bekommen, das Nordafrika nicht gleich neben an ist, sondern weit weg ist. Sie können die verschiedenen Ländern auf der Reise spüren, fühlen, schmecken, hören und riechen und werden nicht sozusagen dorthin gebeamt.

Während der entspannten Autofahrt bekommt man den nötigen emotionalen Abstand vom Alltag, von Arbeit, Kindergarten Schule, Sorgen ect. Und kann sich direkt auf den Urlaub, auf das Neu einstimmen.

Da wir nicht alle Ferien und Öfter im Jahr „Heim“ reisen, wollen wir Mitbringsel mitbringen, sowie auch einiges wieder mit zurück nehmen, da reicht ein Teil des Koffers für uns nicht aus. Und Übergepäck würde weitere Kosten verursachen.

Die Abreise ist viel flexibler zu gestalten, es gibt uns sozusagen ein gewissen Gefühl von Freiheit. Ob wir in der Nacht um vier oder Mittags um zwölf los fahren ist völlig uns selbst überlassen und kann auch individuell nach unseren Bedürfnissen nach vorne oder hinten um Minuten oder Stunden verschoben werden, wie es gerade auf unsere Bedürfnisse passt. Oder welche kleinen oder auch großen Katastrophen im Alltag passieren.

Der Urlaub beginnt mit der Anreise. Schon auf dem Weg beginnt unsere ruhige Familienzeit. Es gibt selbst auf den Autobahn viel zu entdecken und sehen für die ganze Familien. Natürlich ist es auch eine Zerreisprobe, schließlich ist man auf engsten Raum „eingesperrt“. Genau das ist es was auch die Familienbande stärken lässt und die Familie

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näher zusammenrücken lässt.

Den Reiserhythmus können wir unseren Bedürfnissen anpassen. Ob eine Pause gemacht wird oder nicht und wie lange sie dauert liegt alleine an uns wie es uns beliebt und hängt nicht vom Flug, Bus oder sonstigen ab.

Mindestens genau so oft wurden und werden wir gefragt, wie ist das möglich mit so kleinen Kindern!
Ihr müsst verrückt sein!
Oder wir erhalten die Aussage das würde ich nie machen.

Meine Frage, warum sollte es den nicht funktionieren? Warum sollte man es nicht machen?

Ich stelle es mir viel stressiger vor diese reise mit Flugzeug anzutreten. Wir haben die Kinder schon lange informiert dass wir sehr lange reisen werden. Wir haben den Kindern bzw. den Großen beiden (der Kleinste war beim letzten mal gerade 9 Monate) auf der Weltkarte unsere Tour gezeigt. Haben ihnen Dinge über die Länder erklärt usw. So konnten wir sie mit unserem Reisefieber anstecken. Es ist nicht immer wie heute weit in der Gesellschaft verbreitet, dass schnell schnell, das wir gewohnt sind besser und richtig!

Und selbstverständlich gab es in der Zeit der Zussammengequetschsein auf engstem Raum auch Reiberein, Gebrüll und Gestreite. Wir müssten aber die Kinder nicht irgendwie schnell still bekommen, da sich jemand daran störte. Somit spürten die Kinder keinen Stress unserer seids oder Druck den wir hatten. Die Situationen haben sich aufgelöst. Wir mussten nicht noch irgendwie den Rest der Reise überstehen, wir konnten darauf eingehen.

Wertvolle Dinge für die Reise für uns waren:

Handsnäcks, z. B. Weintrauben, Oliven, Käsewürfel, die konnte man den Kindern geben, ohne dass das Auto schmutzig wird, die Kinder waren eine Zeit beschäftigt, es kam kein Riesenhunger auf und wir konnten so gut Zeitetappen überbrücken.

Natürlich hatte ich auch ein paar Beschäftigungsideen „miteingepackt“.

Singen, wir haben viele Lieder gesungen, dabei natürlich auch im Auto geschunkelt und geklatscht.

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Für die Kinder hatten wir CDs mit Kinderliedern dabei und Geschichten. Sehr bewährt haben sich die kurzen Geschichten von Leo Lausemaus, da bleibt die Aufmerksamkeit bei der Geschichte.

Kasperltheater, in der Zeit in der ich Beifahrerin war konnte ich z. B. das Fingerkasperltheater den Kindern vorspielen, bzw. konnten sie dann auch mitmachen.

Wir hatten mal einen Pixiadventskalender, diese hatten wir über das Jahr im Keller deponiert. Für die Reise haben wir sie eingepackt, sie waren wie neue Bücher für die Kinder, die sie lange nicht mehr gesehen hatten und nehmen fast keinen Platz weg.

Es gibt auch am Straßenrand immer wieder viel zu entdecken, was die Kinder uns oder wir ihnen zeigen konnten. Brücken, Bäume, Pferde, Gebäude, Städte, Raststationen usw. usw. selbst mit dem suchen nach einem roten LKW zum Beispiel kann man sehr viel Zeit überbrücken.

Eine gewisse Zeitspanne lässt sich mit ich sehe was was du nicht siehst überbrücken. Das altbekannte Spiel bei Kinder immer noch beliebt, bei meinen zumindest. Natürlich gehen nur Dinge innerhalb des Autos.

Für den Kleinsten hatten wir eine kleine Rassel dabei, wenn er nicht mehr wollte hat er die bekommen und fand es klasse krach zu machen und so konnte wieder Zeit überbrückt werden.

Rastplatz suche. Wenn die Letzte Station oder Pause noch nicht lange her war und wir einfach noch ein Stück weiter kommen wollten, haben wir den Kinder gesagt sie sollen mit uns Rastplatz oder Tankstelle suchen. So haben sie auf die Fahrbahnschilder geachtet und versucht uns zum Rastplatz zu leiten. Es kam dann auch mal vor das der Fahrer die Einfahrt verpasst hat 😉 was dann für alle am Ende ganz witzig war und wir so noch zwei oder drei Tankstellen oder Rastplätze weiter fahren konnten.

Bevor wir wieder ins Auto gestiegen sind, haben die Kinder nach einer Pause Aufgaben bekommen. Z. b. rennt zwei mal bis zum Auto und zurück, oder am Rastplatz von der Bank zu springen, wie weit wie hoch wie oft schafft ihr das. So ein paar Minuten haben wunderbar geholfen, dass die Kinder dann wieder über eine längere Strecke sitzen konnten.

Bei der Hinfahrt haben wir mit den Kinder besprochen was auf sie zu kommt, was wir vor haben. Sie konnten wünsche äußern was sie gerne hätten. Bei der Heimfahrt haben wir den Urlaub Resümee passieren lassen.

Ein Block und ein paar Stifte für kleine Künstler waren auch hilfreich. Nicht zu vergessen eine feste Unterlage.

Und ganz klar müde Kinder. Die Kinder ein zwei Tage zuvor weniger schlafen lassen, oder später ins Bett schicken. Müde Kinder schlafen auch im Auto.

Nackenkissen haben den Schlaf der Kinder sehr positiv beeinflusst. Der Kopf war gestützt und sank nicht ab und schmerzte, was die Kopfstütze der Kindersitze leider nicht gewährleisteten.

Bin gespannt welche Tipps ihr habt für lange Reisen und welche Reisen ihr gewagt habt.

Werden Krankheiten immer schlimmer???

Ich bilde mir in den verschiedensten Themen meine eigene Meinung und höre nicht auf die Medien oder was neben mir gesagt wird. Man kann es auch als stur bezeichnen oder klug?? Keine Ahnung darüber muss jeder für sich selbst entscheiden, für mich auf alle Fälle richtig.

Genauso habe ich meine persönlichen Gedanken und Erklärungen zum Thema Krankheiten. Man kann ja regelrecht schon ein Protokoll führen, welche „bösen“ Krankheiten nun wieder in den Medien kusieren. Im Frühjahr vorallem kommen die Zecken mit der FSME und dann Kommen Masern. Wobei ich bisher bei KEINEM der gelesenen Artikeln ein Foto eines Masernkindes hatte, sondern immer war ein Windpockenkind zu sehen. Das alleine lässt mich schon an der Seriösität des Artikels zweifeln. Aber Menschen, die den Medien Glauben schenken sehen Masern auf dem Bild.
Ich will damit nicht behaupten, dass es schön ist oder unmöglich ist an Krankheiten mit schlimmen Folgen zu erleiden. Aber so wie es in den Medien dargestellt wird kommt schnell ein Gefühl auf, also ob täglich zig todesopfer gibt und Krankheiten die man Früher halt durchgemacht hat, werden als schlimm beschrieben. (Ich bin davon überzeugt dass jedes Todesopfer zu viel ist und um jeden Menschen tut es mir leid, aber was vermittelt wird ist schon Hetze). Vor allem kennen die meisten nicht mehr Symptome, Bedeutungen, Aussehen von Krankheiten und den richtigen Umgang damit. Nicht mal mehr Ärzte.

Ich beobachte, dass wir in der Gesellschaft kein Gefühl mehr für Gesundheit und Krankheit haben. Oft werden mittlerweile die Kleinsten fremdbetreut und beide Elternteile gehen arbeiten. Es ist also nicht möglich oder nur sehr schwer möglich, neben Urlauben, die man auch braucht, Kinder längeren Zeitraum intensiv zu umsorgen und von der Arbeit weg zu bleiben.
In meinem Job als Erzieherin habe ich oft gehört, gestern hatte sie 38 Grad Fieber hab ihr ein Zäfpchen gegeben damit sie gut schlafen kann und keinen Fieberkrampf bekommt. Aber was passiert z. B. durch die Gabe der Medikamenten??
Das Kind oder auch der Erwachsene fühlt sich besser, macht somit relativ normal weiter. Jemand der keine Medikamente einnimmt hat leider eventeulle Schmerzen, fühlt sich schlapp und schlecht und wird das Bett oder das Sofa hüten und wenig essen.
Was davon ist nun aber besser, sinnvoller oder hilfreicher für eine Krankheit, bzw. den Körper hilfreicher im Umgang mit einer Krankheit???
Dass man schon fast so weiter macht, als ob nichts gewesen wäre, weiter in die Arbeit, Schule, Kindergarten oder -krippe, sich bewegt ect.
Oder sozusagen ein paar Tage ausgeschalten ist??

Meine logische Folge ist, Zwei ist besser. Und auch mit meinen drei Kindern fahre ich damit ganz gut. Ich selbst bin Migränemensch und kenne mittlerweile sehr viele Wege um einen Anfall zu vermeiden. Manchmal muss ich dann wegen der drei kleinen Kinder, die ich noch nicht selbst überlassen kann eine Tablette „einwerfen“ um zu funktionieren. Das Leben anders zu nehmen, zu leben, die Ernährung und weiter Tipps haben mir geholfen von fast wöchentlichen Attacken zu einmal im Monat, bis sogar alle drei Monate einmal zu reduzieren. Und es wird immer weniger. Wenn ich aber weiter gemacht hätte mir einfach wieder Tabletten einzuwerfen (wobei die normalen Schmerztabletten schon gar nicht gewirkt hatten) und alles andere gleich gelassen hätte, wären die Attacken bestimmt nicht so rapide und stabil rückgängig geworden. Schlichtweg wäre alles beim Alten geblieben. Ich habe ein anderes Bewusstsein für meinen Körper und die Migräne erlangt, habe gelernt sie einzuordnen und eben dadurch weiter aus meinem Leben verbannt.

Und genauso ist es für mich mit Krankheiten. Mein Körper bekommt eine Krankheit und reagiert darauf. Der Körper ist absolut damit beschäftigt Vieren, Bakterien zu bekämpfen. Der Hunger fährt runter, denn alle Energie wird gebraucht im Kampf gegen den Eindringling, Essen bzw. feste Nahrungsaufnahme würde die Arbeit nur stören. Da er dann zusätzliche Arbeit hat und sich nicht nur um die Krankheit kümmern kann. Genauso ist es mit den ganzen Körperteilen. Man ist schwach, schlapp, will schlafen. Warum? Ganz einfach, der Körper arbeitet auf Hochtouren und vermeidet jegliche zusätzliche Arbeit und Anstrengung, welche Bewegung, quatschen, Fernsehen, spielen, toben ect ect eben verursachen.
Ein weiterer Abwehrmechanismus des Körpers ist das Fieber. Es wird heutzutage schon fast als böse angesehen und nach Imfpungen als normal bezeichnet.

Was ist Fieber oder was macht es??? Es tötet die Viren, Bakterien, je nachdem mit was es der Körper gerade auf sich nimmt ab. Und leider klappt das nicht nur mit 38 Grad sondern oft mit 39 oder 40 Grad. Und ja meine Kinder haben schon hoch gefiebert und ich habe keinen Freudentanz nebenan veranstaltet. Aber ich habe sie und ihren Körper bestmöglichst begleitet. Mit Liebe, Ruhe und Zeit.

Was passiert nun mit Fiebersenkern???

Dem Kind geht es schnell wieder gut, aber was ist mit der Arbeit des Körpers?? Er konnte sie nicht beenden, er konnte den Eindringling nicht besiegen und somit auch nicht dauerhaft abwehren, er konnte den Umgang mit diesem Erreger nicht „zu ende lernen“. Folge, er kann wieder kommen. Und irgendwann wird der Körper gar nicht mehr so intensiv kämpfen bzw. es einfach verlernen!!!!

Ich bin froh um die moderne Medizin und es gibt bestimmt genug Krankheiten, bei denen es nicht ohne geht und sie einfach ein Segen ist, dass will ich nicht abstreiten. Aber dieses generelle nicht kranksein oder am nächsten Tag so weiter machen, als ob nichts gewesen wäre, verstehe ich einfach nicht. Wir haben kein Gespür mehr dafür wie wichtig auch dieser Lerneffekt für den Körper ist, für das Immunsystem. Wir sind es nicht mehr gewohnt, dass eine Krankheit nicht direkt verschwindet sondern eben auch mal zwei, drei Tage oder länger andauert.

Meine Kinder hatten gerade die Windpocken, oh man…. erst die Große, zwei Wochen später die zwei Kleinen Zusammen. Es war wirklich sehr betreuungsintensiv. Bei der Großen drei Nächte und drei Tagen bei den anderen beiden „nur“ eine Nacht und zwei Tage. In dieser Zeit habe ich alles ander liegen gelassen. Wirklich sobald einer geweint, gerufen hat war ich zur Stelle und hab mit der Mullwindel über die betreffende Körperregion, die gerade den schlimmen Juckreiz ausmachte, gestreichelt. 3 ganze Tage lag. Ja ich hatte auch mal kurz die Nerven dabei verloren und es hat einfach genervt, nur dazusitzen mit der Mullwindel und zu wischen. Und ja unseren Alltag hätten Medikamente in dem Moment sicher erleichtert. Dadurch wäre sie aber nicht auf dem Sofa geblieben und hätten die Krankheit ausheilen lassen. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Kinder dabei so intensiv unterstützten konnte und ihnen einen in meinen Augen vernünftigen Umgang mit Krankheit zu lernen. Und den Rest, der durch die intensive Betreuung liegen geblieben ist kriegen wir auch wieder hin.

Mein Fazit ist Krankheiten werden nicht immer schlimmer nur wir nehmen uns keine Zeit mehr für viele der Krankheiten oder „blockieren“ sie sozusagen mit Medikamenten, oder durch doppelte Berufstätigkeit schlichtweg nicht möglich gewesen wäre. Ausßerdem treten viele der Krankheiten, die früher Kinderkrankheiten waren und dort recht glimpflich verlaufen sind (wenn auch nicht schön) im Erwachsenenalter mit schwerem Verlauf auf.

Mir haben im Umgang mit Krankheiten folgende Bücher von Rüdiger Dahlke sehr weiter geholfen. Diese kann ich wärmstens jedem empfehlen.

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